Gesundheitliche Auswirkungen durch Kolophoniumrauch
Der von Lötflussmitteln erzeugte Kolophoniumrauch wird von der Health & Safety Executive (USA und GB) zu den sechs Substanzen gerechnet, die die meisten Fälle von berufsbedingtem Asthma verursachen.
Konventionelle Flussmittel basieren auf dem aus Nadelholzharz gewonnenem Kolophonium, das zu 90% aus Harzsäure und zu 10% aus neutralen Stoffen, darunter Kohlenwasserstoffen, besteht. Bei der Erhitzung von Kolophonium entstehen gas- und teilchenförmige Schwebestoffe.
Folgende Stoffe sind bekanntermaßen in Kolophoniumrauch enthalten:
- KohlenwasserstoffeFormaldehyd
- Chlorwasserstoffsäure
- Benzol
- Styrol
- IPA
- Aceton
- Kohlendioxid
- Kohlenmonoxid
Diese Schwebestoffe wirken sich schädlich auf die Gesundheit aus. Die häufigsten Symptome sind Augenentzündung, Brustschmerzen, Kopfschmerzen oder Schwindelgefühl. Die häufigste Folgekrankheit ist Asthma und wird in Großbritannien als Berufskrankheit anerkannt.
Die Health & Safety Executive führte umfassende Untersuchungen in der Elektronikindustrie durch. Diese ergaben, dass bis zu 25% der in der Nähe von Lötstationen arbeitenden Bedienungspersonen die klinischen Symptome von berufsbedingtem Asthma zeigen. Dazu gehören Husten, Kurzatmigkeit, Keuchen und Brustschmerzen.
Außerhalb von Lötstationen werden in den meisten Bereichen der Elektronikproduktion, insbesondere bei der manuellen Bestückung sowie der Reparatur- und Nachbearbeitung, auch noch Flussmittel aus Kolophonium eingesetzt.
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